Speicheldrüsensprechstunde

Die Speicheldrüsensprechstunde bietet Hilfe und Beratung bei Problemen mit den Speicheldrüsen.

Speicheldrüsen - Indikationen werden behandelt am CharitéCentrum Orthopädie und Unfallchirurgie, Campus Virchow-Klinikum.

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Speicheldrüsensprechstunde

Nieren- oder Gallensteine sind vielen Menschen ein Begriff. Speichelsteine sind dagegen den meisten unbekannt. Die kleinen Steine sitzen entweder in einer Speicheldrüse oder in einem zum Mund führenden Gang. Dadurch kann der Speichel nicht richtig fließen und staut sich. Die Folge: Die Wange oder der Kieferbereich schwillt an, sobald man etwas isst. Manchmal reicht schon der Anblick oder der Gedanke an ein leckeres Essen.

Der Speichel wird von zahlreichen Drüsen im Mund produziert. Bis zu 2 Liter können pro Tag zusammenkommen. Bei der Entstehung von Speichelsteinen sind vor allem die drei großen paarig angelegten Speicheldrüsen Beteiligt: die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea), die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) und die Unterzungendrüse (Glandula sublingualis). Darüber hinaus existieren noch zahlreiche kleine Speicheldrüsen in der Mundschleimhaut. Die Unterkieferdrüse ist dabei am häufigsten betroffen. Die genaue Ursache bei der Entstehung von Speichelsteinen ist noch ungeklärt.

Hat sich jedoch erst einmal ein Speichelstein gebildet kann dieser durch Anlagerung von im Speichel enthaltenen Salzen, die am vorhandenen Stein auskristallisieren, weiter wachsen. In der Regel zwischen 1-2mm pro Jahr. Ab einer bestimmten Größe kann dieser Stein den Speichelfluss blockieren. Dadurch kommt es bei vermehrter Speichelproduktion (z.B. Essen) zu einer, teils schmerzhaften, Drüsenschwellung. Diese nimmt in der Regel nach einer gewissen Zeit wieder von alleine ab. Durch den verminderten Speichelfluss können jedoch gelegentlich Bakterien aus der Mundhöhle in die Speicheldrüse gelangen und zu einer eitrigen Speicheldrüsenentzündung führen.

Diagnostik

Zur Diagnostik von Speichelsteinen kommen mehrere bildgebende Verfahren in Betracht. In der Regel ist aber eine Sonographie der Speicheldrüsen ausreichend. Diese wird standardmäßig bei der ersten Untersuchung und Beratung durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und hängen von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist die Größe und Lokalisation der Steine wegweisend für die optimale Therapie. Zum anderen sollten auch der persönliche Leidensdruck und eventuelle Begleiterkrankungen in die Therapieplanung mit einbezogen werden.

Die einfachste Therapie ist die Förderung des Speichelflusses durch Steigerung der Trinkmenge und die Einnahme sog. "Speichellocker" (Sialogoga). Zusätzlich kann die Drüse bei akuter Schwellung manuell ausmassiert werden. Ist der Stein klein genug kann er durch diese Maßnahmen ausgeschwemmt werden. Bei einer bakteriellen Entzündung der Drüse kommen zusätzlich Antibiotika zum Einsatz.

Reicht das nicht aus, kann der Stein mit Stosswellen (ESWL) zerkleinert werden. Dafür wird vom außen ein spezielles Gerät angesetzt, das den Stein mit Hilfe von Wellen zertrümmert. Durch Stosswellen werden kleine Teile von der Steinober¬fläche abgetragen. Der durch die applizierten Stosswellen in Bruchstücke zerkleinerte Speichelstein wird in der Regel innerhalb der nächsten Tage über den natürlichen Ausführungsgang der Drüse ausgespült. Dieser Ausscheidungsvorgang sollte durch Speichellocker und Drü¬senmassagen unterstützt werden. Im Gegensatz zur chirurgischen Vor¬gehensweise ist die Steinzertrümmerung organerhaltend und erlaubt eine vollständige Regeneration der Drüsenfunktion. Die beim chirurgischen Eingriff auftretenden Risiken, z. B. die mögliche Verletzung des Gesichtsnervs und damit die Gefahr einer einseitigen Gesichtslähmung, werden vermieden.

Liegt der Stein in einem Drüsenausführungsgang und hat eine bestimmte Größe nicht überschritten, kann dieser über ein Miniendoskop und einem darüber eingebrachten Körbchen entfernt werden. Bei gut zugänglicher in einem Speichelgang der Unterkieferdrüse kann auch von der Mundhöhle aus eine Schlitzung des Ganges erfolgen und der Stein mit einer kleinen Zange entfernt werden. Im Anschluss wird ein kleiner Silikonkatheter für einige Wochen in den verbliebenen Gang eingebracht, damit dieser im Rahmen der Wundheilung nicht zuwächst.

Sind die o.g. Maßnahmen nicht erfolgreich bzw. lässt die Größe und/oder Lage des Steines diese Therapien nicht zu, muss die Drüse operativ entfernt werden. In der Regel ist dadurch keine wesentliche Beeinträchtigung bezüglich des Speichelflusses und der Speichelmenge. Aufgrund der komplexen Anatomie im Kopf-/Hals-Bereich sollte dieser Eingriff immer von speziell ausgebildeten Chirurgen durchgeführt werden.

Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Charité am Campus-Virchow-Klinikum bietet alle o.g. Therapiemaßnahmen zur Behandlung von Speichelsteinen an und ist bemüht die dem jeweils individuellen Befund entsprechende beste Therapie zu finden.

Darüber hinaus werden in der Speicheldrüsensprechstunde alle weiteren Erkrankungen und Tumore der Speicheldrüsen behandelt.

Symptomatische Behandlung von Masseterhypertrophie mit Botulinum-Toxin

Der Musculus masseter ist der stärkste Kaumuskel im Gesicht. Er ist bei allen Bewegungen des Unterkiefers beteiligt, insbesondere beim Kieferschluss, und daher sehr beansprucht.

Die Ursachen der Überbelastung der Kaumuskulatur sind vielfältig und multifaktoriell. Bei vermehrter Beanspruchung des Muskels über das physiologische Maß hinaus, z.B. bei Bruxismus (Knirschen), Zähnepressen oder anderen Parafunktionen sowie bei craniomandibulärer Dysfunktion (CMD), kommt es zu einer Vergrößerung und Verhärtung der Kaumuskeln. Weitere Ursachen für die sog. Masseterhypertrophie können Dysgnathien, Habits oder unausgeglichene Bissverhältnisse sein.

Die Masseterhypertrophie kann ein- oder beidseitig vorkommen. Bei beidseitiger Vergrößerung des Muskels entsteht oftmals ein kantiger Aspekt des Gesichtes. Bei einseitiger Hypertrophie des Muskels zeigt sich eine Asymmetrie des unteren Gesichtsdrittels. Die Veränderung der Gesichtsform kann ästhetisch störend sein und den betroffenen Patienten z.T. sehr belasten. Ein großer Teil der Patienten berichtet vor allem aber über teils sehr belastende Einschränkung aufgrund von Schlafstörungen, Kiefergelenksschmerzen, Kauschmerzen sowie Kopf- und Nackenschmerzen. Darüber  hinaus kommt es oftmals auch zu einem Verschleiß von Zähnen und Zahnhalteapparat.

Zu Beginn der Behandlung einer Masseterhypertrophie stehen die Diagnostik zur Abklärung möglicher Ursachen (siehe oben) und deren Therapie durch den Hauszahnarzt oder Kieferorthopäden. Begleitend empfiehlt sich eine symptomatische Therapie zur Linderung der Beschwerden (Schmerztherapie, Physiotherapie).

Eine weitere Therapieoption bei langwierigen Erkrankungsbildern kann bei sorgfältiger Indikationstellung symptomatische Behandlung der Masseterhypertrophie mittels Botulinumtoxin sein. Mehrere Studien konnten zeigen, dass es sich hierbei um eine relaiv zuverlässige und einfache Behandlung mit guten klinischen Ergebnissen handelt. Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, das von einem Bakterium gebildet wird (Clostridium botulinum). Botulinumtoxin bewirkt im Kaumuskel eine Schwächung der Aktivität durch Blockade an entsprechenden motorischen Nerven. Dadurch wird die Hyperaktivität des Muskels verringert. Durch diesen Wirkmechanismus kann betroffenen Patienten mit der wenig aufwendigen Botulinum-Therapie zu einer schnellen Linderung der Symptome und Verringerung des ausgeprägten Muskelgewebes verhelfen.

Die symptomatische Behandlung der ästhetisch und funktionell beeinträchtigenden Masseterhypertophie mittels Botulinumtoxin wird an unserer Klinik seit vielen Jahren durchgeführt. Es handelt sich allerdings um eine nicht zugelassene Indikation für Botulinumtoxin (off-label use), dennoch liegen aber sehr gute klinische Erfahrungen und positive wissenschaftliche Studien für diese Behandlung vor.

Wir freuen uns Ihnen bei dieser schwierig zu behandelnden und langjährigen Erkrankung eine erfolgsversprechende Therapiealternative anbieten zu können.

Informationsbroschüre über Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) bei Sialolithiasis (Speichelsteinzertrümmerung)

Kontakt

Spezialsprechstunde Behandelnder Arzt Tel. Anmeldung
Speicheldrüsenerkrankungen
ESWL
OA Dr. Dr. R. Waluga
Dr. H.-T. Rajki
+49 30 450 555 518